Die Legende zur
Kaffee-Entdeckung

Die Geschichte des Kaffees fußt auf vielen Legenden und Erzählungen. Eine Geschichte setzte sich aber im Laufe der Zeit durch und verbreitete sich unter den Kaffee-Liebhabern. Der Ursprung der Kaffee-Geschichte befindet sich im heutigen Äthiopien. Im Mittelpunkt der Legende zur Kaffee-Entdeckung steht ein äthiopischer Ziegenhirte. Er beobachtete aufmerksam seine Ziegen und bemerkte einen ungewöhnlichen Zusammenhang: Immer wenn seine Ziegen die Blätter und Früchte einer bestimmten Pflanze fraßen, waren sie die Nacht über besonders aktiv. Der besagte Strauch trug satte dunkelgrüne Blätter, weiße Blüten und auffallend tiefrote Kirschen. Fasziniert von seiner Beobachtung probierte auch der Hirte von der Pflanze und stellte die belebende Wirkung ebenso bei sich fest. 

Kaffee-Entdeckung durch Zufall

Diese anfängliche Erzählung eint fast alle Mythen und Legenden rund um die Kaffee-Entdeckung. Ab dem Zeitpunkt nach der Beobachtung und Erkenntnis des Hirten sind jedoch verschiedene Versionen zur Geschichte des Kaffees im Umlauf. Eine lautet wie folgt: Stolz auf seine Entdeckung brachte der Hirte die Frucht ins Dorf. Die Stammesältesten warfen den Ast mit den Kirschen desinteressiert ins Feuer. Langsam breitete sich ein wohlriechendes Röstaroma in der Luft aus und erregte die Aufmerksamkeit der Männer. Aus den gerösteten Kernen der Kaffeekirschen brauten sie dann einen Sud – den ersten Kaffee.

Die Kaffee-Entdeckung basiert laut Legende also auf einer zufälligen Beobachtung eines einfachen Hirten. Zufälle und Beobachtungen führten in der Geschichte schon öfter zu Entdeckungen bei anderen Lebensmitteln: zum Beispiel beim Sauerteig im Brot oder beim Lab im Käse. Hält man sich an die belegbaren Fakten der Kaffee-Geschichte, bleibt man zumindest in Äthiopien. Die ältesten Aufzeichnungen werden auf das 10. Jahrhundert nach Christus datiert. Als Ursprungsregion geht man von der Region Kaffa in Äthiopien aus.

Nach wie vor wird in Äthiopien Kaffee angebaut. Aus dem Hochland Äthiopiens beziehen wir die Kaffeebohnen für den DINZLER Kaffee Äthiopischer Mocca– ein unverwechselbarer leichter Filterkaffee mit vielfältigen Beerenaromen. Der DINZLER Kaffee Äthiopischer Mocca eignet sich auch für die ganz ursprüngliche Zubereitung in der arabischen Mokkakanne. Unsere DINZLER Kaffeeexperten haben dazu eine Zubereitungsanleitungverfasst.

Wie Kaffee
die Welt eroberte

Bis Kaffee in Europa und in der ganzen Welt ankam, dauerte es noch eine Weile. Zunächst gelang die Kaffeepflanze in den Jemen. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts gewannen orientalische Gewürze in Europa eine wachsende Bedeutung. Der Adel war interessiert an Exotischem und Außergewöhnlichem, denn durch die Kreuzzüge erreichten erste orientalische Aromen den Westen. Da die Nachfrage stieg, entwickelte sich eine florierende Handelsroute vom Jemen über Indien nach Europa. Der Weg, den auch der Kaffee später nahm.

Jemenitische Gewürzhändler machten sich vermutlich auf die Suche nach unbekannten Aromen und Gewürzen. Sie wurden auf dem heutigen Gebiet von Äthiopien fündig und entdeckten Mönche, die die Kerne einer unbekannten roten Frucht aßen und dadurch länger beten konnten. Das erweckte die Neugier der Gewürzhändler und sie versuchten die Frucht in ihr Heimatland zu transportieren. Die sensiblen Kaffee-Kirschen überstanden jedoch die Verschiffung in den Jemen nicht unbeschadet.

Orientalische Gewürze als Wegbereiter

So kam es, dass sie die ganzen Kaffee-Pflanzen in den Jemen transportierten und die Pflanzen dort in den Höhenlagen ansiedelten. Von dort verbreiteten sich die Kaffeebohnen schnell in der arabischen Welt und über den Hafen der Handelsstadt Mokka (al-Muchā) am Roten Meer über die ganze Welt. Ende des 15. Jahrhunderts erreichte der Kaffee Syrien, Persien und die Türkei. Die Zubereitung des Kaffees wurde regelrecht zelebriert und 1554 entstand in Konstantinopel die erste bestätigte Kaffeestube – ein öffentlicher Kaffee-Ausschank und die Grundlage für unsere Kaffeehäuser. Bis heute wird im Jemen Kaffee angebaut.

Ankunft in Europa –
Die Entstehung der Kaffeehaus-Kultur

Bis ins 17. Jahrhundert war Kaffee in Europa noch unbekannt. In der arabischen Welt hat sich eine blühende Kaffeekultur entwickelt und erweckte die Aufmerksamkeit europäischer Reisender. Einige Wissenschaftler und Abenteurer berichteten nach ihren Reisen von dem köstlichen, schwarzen Getränk. Vermutlich erreichten die Bohnen über die Handelsstädte Venedig und Marseille schließlich Europa. Schnell gewann der Kaffee große Beliebtheit vor allem im Adel. Zeitgleich entstanden die ersten Kaffeehäuser – das hatte aber noch wenig mit dem heutigen Kaffeehaus zu tun. Sie ähnelten rustikalen, wilden Tavernen mit einem einfachen Kaffeeausschank. Nach und nach interessierte sich aber auch das Bürgertum für das neue Heißgetränk “Kaffee” und es entstanden elegante Kaffeehäuser für Bürger und Intellektuelle – die Grundlage für die Kaffeehaus-Kultur.

Die ersten Kaffeehäuser in Europa

Das erste Kaffeehaus eröffnete 1647 in Venedig, das “Café Florian”. In Deutschland erteilte man 1673 in Bremen zum ersten Mal die Erlaubnis für das Brauen und den Ausschank des Heißgetränks: Im Gebäude des Schütting am berühmten Bremer Marktplatz eröffnete das erste deutsche Kaffeehaus. Zwölf Jahre später erwarb der Armenier Johannes Deodat in Wien die erste Erlaubnis für ein Kaffeehaus in Österreich. Mittlerweile ist die Kaffeehaus-Kultur in Wien weltberühmt. Ende des 17. Jahrhundert gab es in allen europäischen Metropolen Kaffeehäuser und das Getränk “Kaffee” erreichte den Mittelpunkt der Gesellschaft. Die Kaffeehäuser wurden zu Zentren der Aufklärung. Die Menschen trafen sich und diskutierten über Politik und Gesellschaft. Die ausgelegten Zeitungen boten den Besuchern die Möglichkeit, sich umfänglich zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Die Kaffeehaus-Kultur stand lange Zeit allerdings nur den Männern offen. Frauen gewährte man keinen Zutritt in die Lokale. So entwickelte es sich, dass Frauen sich vermehrt zu Hause zum Kaffeetrinken trafen – zum Kaffeekränzchen eben. Das besondere Flair der Wiener Kaffeehäuser ist mittlerweile weltberühmt. Wir widmen der Kaffeehaus-Kultur den DINZLER Kaffee Wiener Mischung– ein ausgewogener aber kräftiger Frühstücks-Kaffee. Bereits der Duft dieser Bohnenmischung erinnert an die eleganten Wiener Kaffeehäuser.

Kaffee-Geschichte
in Deutschland

Im 16. Jahrhundert war der Jemen nahezu der einzige Exporteur von Kaffee und beansprucht daher das Monopol des Kaffees für sich. Dies änderte sich, als ab dem 18. Jahrhundert die westlichen Mächte Kaffeeplantagen in ihren Kolonien kultivierten. Der Kaffee wurde günstiger. Da die Deutschen relativ spät Kolonien gründeten, mussten sie bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Kaffee von anderen Nationen importieren. Geld im Ausland auszugeben, war damals verpönt und die Staatskassen mussten nach dem Krieg wieder gefüllt werden. Das Volk sollte lieber Biersuppe trinken und die heimischen Brauereien damit unterstützen. Um den Konsum einzuschränken, führte der damalige König von Preußen Friedrich der Große 1781 ein staatliches Kaffeemonopol und damit einhergehende hohe Einfuhrzölle auf Kaffee ein. Durch die hohen Preise war der Kaffee nun den Adligen und Reichen vorgesehen. 

Die Kaffeeschnüffler

Doch die hohen Steuern belebten nur den regen Schmuggel, denn die Bürger ließen sich nicht mehr vom Kaffeetrinken abbringen. Nachdem die Kaffeesteuer nicht die gewünschte Wirkung zeigte, verbot verbot Friedrich der Große schließlich auch das Rösten. Die Bohnen durften nur noch in der staatlichen Rösterei “gebrannt” werden. Zur Kontrolle stellte er sogenannte Kaffeeriecher oder -schnüffler ein. Da Kaffee beim Rösten bekanntlich ein sehr markantes Aroma verströmt, mussten die Schnüffler nur ihren Nasen folgen, um die Bürger auf frischer Tat zu ertappen. Die Menschen tranken aber immer weiter Kaffee und die Staatskasse füllte sich durch die Steuer auch nicht. Daher schaffte der Nachfolger von Friedrich dem Großen das staatliche Kaffeemonopol ab und entließ die Kaffeeriecher.

Das Kaffeetrinken liegt tief verwurzelt auch in der Deutschen Geschichte und ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Besonders seit Beginn der 2000er Jahre sprießen kleine Cafés und Espressobars nach italienischem Vorbild an den Ecken der Straßen. Stilvolles Ambiente und köstlichen Kaffeegenuss leben wir auch in der DINZLER Gastronomie am Irschenberg – direkt in der DINZLER Kaffeerösterei an der DINZLER Kaffeebar oder im DINZLER Restaurant

Die Entwicklung des Kaffees:
erste, zweite und dritte Kaffee-Welle

Bei der Entwicklung der Kaffee-Kultur spricht man aktuell von drei Wellen. Diese Wellen beschreiben Trends, also Bewegungen, in der Kaffee-Entwicklung. Aber wie unterscheiden sich die erste, zweite und dritte Kaffee-Welle?

Die erste Kaffee-Welle - Anfang der 50er Jahre erlebte der Kaffee in Deutschland einen regelrechten Boom. Er galt als Sinnbild des Wirtschaftswunders. Zu gut passte die Wirkung des Heißgetränks zur aufstrebenden Entwicklung des Landes. Kaffee wurde zum Massenprodukt. Daher lag der Fokus auch auf der schnellen und günstigen Produktion. Die Herkunft der Bohnen und das Röstverfahren spielen in der ersten Kaffee-Welle keine entscheidende Rolle. Zubereitet wurde der Kaffee standardmäßig als einfacher, schneller Filterkaffee.

Ab den 80ern entfaltete sich die zweite Kaffee-Welle. Die “2nd wave” prägten vor allen Dingen große Coffee-Ketten und Maschinenhersteller, die das einfache Kaffeetrinken in ein Erlebnis transformierten. Im Vordergrund stand die Entwicklung neuer Kaffeegetränke, alternative Aufbrühtechniken und ein ansprechendes Ambiente. Ob Cappuccino, Café Latte mit und ohne Sirup in einem trendigen To-Go-Becher – die Getränkevielfalt und die kreativen Beschriftungen der Kaffeebecher belebten das Geschäft mit dem Kaffee. Der normale Filterkaffee wurde verdrängt durch die hippen neuen Getränkeerfindungen. Das aufgebrühte Endprodukt spielte die entscheidende Rolle für den Kunden.

Aus der zweiten Welle formte sich mit der 90er dann die dritte Kaffee-Welle. Nun spielt der Kaffee selbst die Hauptrolle. Der Kunde interessiert sich immer mehr für die Herkunft des Produkts. Fragen nach dem Anbau, nach Bio-Verarbeitung und nach fairen Lohnstrukturen werden lauter. Darauf reagieren die Röstereien und zeigen vermehrt Transparenz. Es entwickelten sich verschiedene Handelssiegel, die einen fairen und nachhaltigen Anbau garantieren. Neben den standardisierten Siegeln geht die DINZLER Kaffeerösterei einen Schritt weiter und führt das eigene “DINZLER Direkt gehandelt”-Siegel ein. Durch den veränderten Anspruch an das Produkt Kaffee können sich kleine Röstereien gegen die großen Unternehmen in der dritten Welle behaupten. Es entwickelt sich eine vielfältige Kaffee-Kultur mit einem lebendigen Austausch zwischen Röstern, Baristi, Kaffeeexperten und den Genießern.

Entstehung des modernen Kaffeekults

Parallel entsteht in der dritten Kaffee-Welle ein großes Interesse des ambitionierten Kaffeetrinkers für die Zubereitung des Kaffees. Alte handwerkliche Zubereitungsformen erleben ihre Renaissance: Man mahlt per Hand, wiegt die Menge ab und gießt mit der exakt passenden Temperatur auf – jede Tasse wird ein eigenes Werkstück. Fast vergessene Zubereitungsarten wie der traditionsreiche Kaffee aus der Karlsbader Kanne oder in der Chemex schleichen sich zurück in die Küchen. Die Zugabe von Aromen und Sirups verschwindet aus der Produktion und der Zubereitung: Die Kaffeeliebhaber der “3rd wave” wollen das pure, echte, handwerklich verarbeitete Produkt. Die DINZLER Kaffeerösterei vertritt seit der ersten Stunde das handwerkliche Arbeiten und Rösten und den fairen und direkten Handel.